Was bringt Digitalisierung im Einkauf?

Was bringt Digitalisierung im Einkauf?

Inhaltsangabe

Die Digitalisierung im Einkauf ist heute kein IT-Projekt mehr, sondern eine strategische Aufgabe für Einkaufsleiter, Procurement-Manager, CFOs und IT-Verantwortliche. Sie verspricht Effizienzsteigerung, Kostensenkung, mehr Transparenz und bessere Risikominimierung. In Deutschland spielen dabei regulatorische Vorgaben wie GoBD und DSGVO sowie branchenspezifische Herausforderungen im Mittelstand, Handel und in der Industrie eine zentrale Rolle.

Dieser Artikel erklärt kompakt, was bringt Digitalisierung im Einkauf und welche Digitalisierung Einkauf Vorteile konkret messbar sind. Er betrachtet den digitalen Einkauf Deutschland aus praktischer Perspektive und zeigt, wie E-Procurement Nutzen in Prozessen, Stammdaten und Reporting entsteht.

Leser erhalten einen klaren Überblick über Prozessoptimierung, Technologiebausteine wie KI und RPA sowie konkrete Auswahlkriterien für Software. Die folgenden Abschnitte liefern Produktbewertungen, Praxisbeispiele und Hinweise zur ROI-Berechnung, damit Entscheider fundierte Entscheidungen treffen können.

Was bringt Digitalisierung im Einkauf?

Die Digitalisierung im Einkauf verändert Arbeitsweisen, steigert Effizienz und schafft neue Transparenz. Kleine Schritte wie elektronische Bestellungen bringen schnell Vorteile, während umfassende Lösungen strategische Wirkung entfalten.

Kurzüberblick der Kernvorteile

Effizienzgewinne entstehen durch automatisierte Bestell- und Genehmigungsprozesse. Das reduziert Durchlaufzeiten und senkt Prozesskosten.

Kostensenkung zeigt sich durch bessere Konditionen und weniger Fehlbestellungen. Projekte in Industrieunternehmen belegen kurzfristige Einsparungen.

Mehr Transparenz folgt aus einer zentralen Datenbasis. Reporting und Audit-Trails verbessern Compliance und Nachvollziehbarkeit.

Agilität wächst, weil Teams schneller auf Marktveränderungen und Lieferengpässe reagieren. Das stärkt die Wettbewerbsfähigkeit.

Relevanz für Einkaufsabteilungen in Deutschland

Deutsche Mittelständler profitieren häufig von Standardisierung. Großunternehmen nutzen Integrations- und Skaleneffekte für tiefere Einsparpotenziale.

Regulatorische Vorgaben wie DSGVO, GoBD und CSRD prägen die Umsetzung digitaler Prozesse. Datenschutz und Nachweisführung sind zentrale Anforderungen.

Branchenunterschiede sind deutlich: Automobil- und Maschinenbau setzen auf Lieferantenintegration, der Handel auf Kataloglösungen und Logistikanbindungen.

Unterschiede zwischen Digitalisierungsstufen

Stufe 0–1 umfasst papierbasierte Abläufe und Excel-Listen. Aufwand und Fehlerquote bleiben hoch.

Stufe 2 beschreibt digitalisierte Prozesse mit E-Procurement, elektronischen Genehmigungen und Basis-ERP-Integration. Hier zeigen sich schnelle Effekte und ein klarer Nutzen E-Procurement.

Stufe 3 ist integriert und analytisch. KI-gestützte Planung, Supplier-Portale und Predictive Analytics ermöglichen strategisches Risikomanagement.

Die Auswahl der passenden Stufe bestimmt ROI und Geschwindigkeit der Procurement Transformation Deutschland. Unternehmen sollten Prioritäten nach Aufwand und Nutzen setzen.

Prozessoptimierung durch digitale Beschaffungssysteme

Digitale Beschaffungssysteme straffen Abläufe und schaffen klare Regeln für Bestellungen. Sie unterstützen Einkaufsteams dabei, Prozessoptimierung Einkauf messbar zu machen und interne Standards durchzusetzen.

Automatisierung von Bestell- und Genehmigungsworkflows

Moderne Lösungen wie SAP Ariba, Coupa oder Basware erlauben es, den Bestellworkflow automatisieren zu lassen. Freigaberegeln, Rollen- und Rechtemanagement sowie mobile Genehmigungen sorgen für kurze Genehmigungszeiten.

Standardisierte Workflows reduzieren Ad-hoc-Bestellungen. Verantwortlichkeiten sind klar definiert, was schnelle Beschaffungen und geringere Wartezeiten zur Folge hat.

Reduktion manueller Fehler und Durchlaufzeiten

Manuelle Fehler entstehen oft durch Doppelbestellungen oder falsche Artikelnummern. E-Invoicing und OCR-gesteuerte Rechnungserfassung eliminieren viele dieser Fehlerquellen.

Match-2- und Match-3-Prüfungen erlauben automatische Rechnungsfreigaben. So lassen sich Durchlaufzeiten senken und die Average Bestell-to-Pay-Zeit deutlich verkürzen.

Integration mit ERP- und Finanzsystemen

ERP Integration Einkauf stellt die Verbindung zu SAP, Microsoft Dynamics oder DATEV her. APIs, IDoc, EDI und Middleware übertragen Daten in Echtzeit für konsistente Buchungen.

Automatische Bestandsführung und abgestimmte Finanzdaten verbessern Liquiditätsplanung. Herausforderungen sind Datenmapping und Stammdatenharmonisierung, die vor dem Go-Live geplant werden müssen.

Transparenz und Datenqualität im Einkauf erhöhen

Digitale Werkzeuge schaffen klare Einblicke in Beschaffungsprozesse. Sie verbinden Bestellstatus, Lieferantenperformance und Budgetübersichten in einer einheitlichen Ansicht. So profitieren Einkäufer und Controlling von schnellerer Informationslage und verlässlichen Kennzahlen.

Echtzeit-Reporting und Dashboard-Ansichten

Echtzeit Reporting Procurement macht Kennzahlen sofort nutzbar. Dashboards in Power BI oder Tableau zeigen offene Bestellungen, Einsparpotenziale und Ausgabenentwicklung. Führungskräfte treffen Entscheidungen auf Basis aktueller Daten und steuern KPIs gezielter.

Saubere Stammdaten und Lieferanteninformationen

Stammdatenmanagement Lieferanten sorgt für einheitliche Artikelnummern und korrekte Preise. Master Data Management und regelmäßige Datenqualitätsprüfungen verhindern Fehlbestellungen. Supplier Self-Service reduziert Pflegeaufwand und verbessert Datenaktualität.

Vorteile für Compliance und Audit-Prozesse

Compliance Einkauf profitiert von auditierbaren Prozessen und nachvollziehbaren Freigaben. Digitale Archivierung von Rechnungen und Verträgen erleichtert Nachweisführung bei Prüfungen. Systemseitige Versionierung unterstützt DSGVO- und GoBD-Anforderungen.

  • Transparente Dashboards für schnelles Reporting
  • MDM-Lösungen wie Stibo Systems oder Informatica als Unterstützung
  • Audit-Trails und digitale Archivierung für rechtssichere Nachweise

Effizienzsteigerung durch E-Procurement und Kataloglösungen

Digitale Beschaffungslösungen verbessern die Effizienz in Einkaufsteams messbar. Sie verbinden Prozesse mit Lieferanten, reduzieren manuelle Schritte und schaffen Transparenz bei Ausgaben.

Vereinfachte Bestellprozesse für Mitarbeiter

Moderne Plattformen wie Jaggaer und Tradeshift bieten PunchOut Katalog-Integrationen, die den Bestellvorgang direkt im Lieferantenportal erlauben. Nutzer finden genehmigte Artikel schnell dank Suchfunktionen und Favoritenlisten.

Das intuitive Interface reduziert Schulungsaufwand. Mitarbeiter bestellen im Self-Service, Genehmigungswege bleiben transparent und die Anzahl manueller Nachfragen sinkt.

Auswirkungen auf Kostenkontrolle und Budgeteinhaltung

E-Procurement Vorteile zeigen sich besonders bei der Budgetüberwachung. Systeme liefern Echtzeit-Ansichten zu Kostenstellen und Projektbudgets.

Durch vordefinierte Kataloge lassen sich Einkaufsvorgaben durchsetzen. Das erhöht die Befolgungsrate von Rahmenverträgen und verringert Ausgaben außerhalb genehmigter Lieferanten.

Das Ergebnis ist stärkere Kostenkontrolle Procurement und geringere Prozesskosten pro Bestellung.

Beispiele erfolgreicher Katalogimplementierungen

  • Ein Handelsunternehmen integrierte PunchOut Kataloge und reduzierte Bestellkosten durch schnellere indirekte Beschaffung.
  • Ein Industrieunternehmen zentralisierte Ersatzteilkataloge, erhöhte Verfügbarkeit und senkte Lagerkosten.
  • Messbare Effekte: Katalognutzung stieg oft von etwa 30 % auf über 70 % und Prozesskosten pro Bestellung fielen deutlich.

Kataloglösungen Einkauf und gut implementiertes E-Procurement schaffen operative Entlastung und unterstützen strategische Ziele im Einkauf.

Lieferantenmanagement und Zusammenarbeit digital verbessern

Ein modernes Lieferantenmanagement digital verknüpft Kommunikation, Daten und Prozesse. Es reduziert Aufwand beim Datenaustausch und schafft eine gemeinsame Plattform für Einkäufer und Lieferanten. Nutzer profitieren von schnelleren Abläufen und besserer Nachvollziehbarkeit.

Digitale Supplier-Portale und Onboarding

Supplier-Portal Onboarding ermöglicht die strukturierte Erfassung von Unternehmensdaten, Zertifikaten und EDI-Verbindungen. Elektronisches Vertragsmanagement und automatisierte Compliance-Checks verkürzen Onboarding-Zyklen.

Plattformen wie SAP Ariba Supplier Management oder Ivalua bieten standardisierte Flows, die Transparenz erhöhen und manuelle Nacharbeiten minimieren.

Performance-Messung und SLAs mit digitalen Tools

Digitale Tools erfassen Lieferanten-Performance KPIs wie Lieferzuverlässigkeit, Qualität und Reaktionszeit bei Reklamationen. Automatische Scorecards und Alerts zeigen SLA-Verstöße frühzeitig an.

Regelmäßige Reviews, unterstützt durch Dashboards, machen Leistungen objektiv vergleichbar. Das erleichtert strategische Entscheidungen und Verhandlungen mit Lieferanten.

Risikomanagement in Lieferketten durch Datenanalyse

  • Supply Chain Risk Analytics identifiziert Konzentrations- und Standortrisiken.
  • Integration von Finanzdaten, Marktdaten und Nachrichtenfeeds verbessert Frühwarnsysteme.
  • Szenario-Planung und Fallback-Strategien reduzieren Ausfallrisiken.

Wer Lieferantenmanagement digital umsetzt, schafft die Basis für belastbare Lieferketten. Transparente Daten und automatisierte Auswertungen unterstützen operative Stabilität und strategische Resilienz.

Technologische Bausteine: KI, RPA und Analytics

Der Einkauf profitiert stark von gezielten Technologien. Intelligente Algorithmen, Automatisierungstools und prädiktive Analysen ergänzen bestehende Systeme. Wer diese Bausteine sinnvoll kombiniert, schafft schnellere Prozesse und bessere Entscheidungen.

Einsatzmöglichkeiten von Künstlicher Intelligenz im Einkauf

Künstliche Intelligenz hilft bei der automatischen Kategorisierung von Ausgaben, so dass Controlling und Budgetverantwortliche schneller reagieren. NLP-gestützte Vertragsanalyse entdeckt Risiken und Chancen in großen Dokumentenmengen.

Machine-Learning-Modelle lassen sich in Plattformen wie SAP Leonardo oder Microsoft Azure AI integrieren. Spezialisierte Procurement-Tools liefern Einkaufsempfehlungen auf Basis historischer Daten.

Die Wirksamkeit hängt von Datenqualität und Erklärbarkeit der Modelle ab. Für Audit-Anforderungen bleibt Transparenz ein zentraler Punkt, wenn KI Einkauf-Lösungen eingesetzt werden.

Robotic Process Automation zur Routineaufgaben-Entlastung

RPA-Bots automatisieren das Abgleichen von Bestellungen und Rechnungen. Wiederkehrende Datentransfers zwischen ERP und anderen Systemen werden zuverlässig ausgeführt.

Durch RPA Procurement sinkt die Fehlerquote und Mitarbeitende gewinnen Zeit für strategische Aufgaben. Beispiele sind Rechnungskontrolle, Freigabenachverfolgung und automatisierte Lieferantenkommunikation.

Die 24/7-Verfügbarkeit von Bots sorgt für schnellere Durchlaufzeiten. Vor dem Rollout muss die Prozessdokumentation stimmen, damit Automatisierung stabil läuft.

Predictive Analytics für Bedarfsvorhersage und Preisentwicklung

Predictive Analytics Beschaffung verwendet Zeitreihenanalysen und Szenario-Simulationen. Externe Daten wie Rohstoffpreise und saisonale Einflüsse werden dabei berücksichtigt.

Mit verlässlichen Vorhersagen verbessert sich die Lagerplanung und das Risikomanagement. Frühzeitiges Hedging von Preisrisiken wird möglich, wenn KI Preisvorhersage in die Beschaffungsstrategie einfließt.

BI-Tools wie Qlik oder Tableau und spezialisierte Procurement-Analytics-Lösungen liefern Dashboards für operative und strategische Entscheidungen.

Praxis: Auswahl und Implementierung von Einkaufslösungen

Bei der Entscheidung, welche Lösung im Einkauf eingeführt werden soll, hilft ein strukturierter Ansatz. Teams klären zuerst Geschäftsziele, vorhandene Systeme und Projektressourcen. Ein klarer Fahrplan reduziert Risiken beim Rollout und macht spätere Schritte messbar.

Kriterien zur Auswahl passender Software

Wichtige Procurement Software Kriterien sind Funktionalität, Integration und Sicherheit. Funktionalität bedeutet E-Procurement, Katalogmanagement, Supplier-Portal, Invoice-Processing und Analytics. Integration prüft native Anbindung an SAP, APIs und Standards wie EDI oder cXML.

Skalierbarkeit und Compliance sind entscheidend. Anbieter sollten DSGVO-Konformität und Zertifizierungen wie ISO/IEC 27001 nachweisen. Ein Anbieter-Check umfasst Referenzen, Branchenerfahrung, Supportmodell und Total Cost of Ownership.

Change Management und Schulungsstrategien

Change Management Einkauf beginnt mit einer Stakeholder-Analyse. Einkauf, IT, Controlling, Fachbereiche und Geschäftsführung werden früh eingebunden. Pilotprojekte helfen, Prozesse zu testen und Vertrauen zu schaffen.

Trainings sollten rollenspezifisch gestaltet sein. E-Learnings, Quick Reference Guides und ein Super-User-Netzwerk erhöhen die Akzeptanz. Kommunikation fokussiert Nutzen für Anwender und zeigt ersichtliche Zeit- und Kostenvorteile.

Messgrößen zur Erfolgskontrolle nach Rollout

Erfolgsmessung Rollout basiert auf operativen KPIs, finanziellen Kennzahlen und Nutzerakzeptanz. Typische operative Kennzahlen sind Bestell-to-Pay-Zeit, Prozesskosten pro Bestellung und Anteil der Katalogbestellungen.

Finanz-KPIs erfassen Einsparungen, Einhaltung von Rahmenverträgen und Auswirkungen auf Liquidität. Nutzerakzeptanz lässt sich über Login-Raten, Abbruchquoten im Bestellprozess und Support-Anfragen messen.

Beim Einkaufslösung auswählen empfiehlt es sich, KPIs vor dem Start zu definieren. So bleibt die Steuerung transparent, und Optimierungen lassen sich gezielt umsetzen.

Wirtschaftliche Auswirkungen und ROI der Digitalisierung im Einkauf

Die Digitalisierung im Einkauf führt zu direkt messbaren Effekten wie einer Reduktion der Prozesskosten, niedrigeren Bearbeitungskosten für Bestellungen und Rechnungen sowie besseren Konditionen durch Mengenbündelung. In Praxisprojekten zeigen viele Mittelständler Einsparungen Einkauf digital vor allem durch Automatisierung und standardisierte Katalogprozesse. Typische Annahmen gehen von einer Reduktion der Prozesskosten pro Bestellung zwischen 25 und 70 Prozent.

Neben diesen direkten Einsparungen entstehen indirekte Vorteile: verbesserte Lieferantenperformance, geringere Lagerkosten und seltener auftretende Produktionsausfälle dank höherer Verfügbarkeit. Solche Effekte erhöhen den Gesamt-ROI Digitalisierung Einkauf, weil sie Kosten vermeiden, die in klassischen Kalkulationen leicht unterschätzt werden. Szenarien reichen von konservativ (nur Prozesskosten gesenkt) bis optimistisch (inklusive strategischer Beschaffungsgewinne).

Der Zeitrahmen bis zum Break-even liegt bei mittelständischen Implementierungen häufig bei 12–24 Monaten. Bei komplexen ERP-Integrationen oder unvollständiger Stammdatenqualität kann es länger dauern. Wirtschaftliche Risiken sind Implementationsverzögerungen, fehlerhafte Datenmigration oder geringe Nutzerakzeptanz. Bewährte Gegenmaßnahmen sind Pilotprojekte, klare Governance, dedizierte Projektteams und kontinuierliches Monitoring.

In der Bilanz zeigen wirtschaftliche Auswirkungen E-Procurement: wer Strategie, Technologie und Organisation zusammenführt, realisiert nachhaltige Einsparungen Einkauf digital. Entscheidende Erfolgsfaktoren sind saubere Stammdaten, nahtlose Integration in ERP und Finance sowie aktives Lieferantenmanagement, damit der geplante ROI Digitalisierung Einkauf tatsächlich erreicht wird.

FAQ

Was bringt die Digitalisierung im Einkauf konkret für die Effizienz?

Digitalisierung verkürzt Beschaffungszyklen durch automatisierte Bestell- und Genehmigungsworkflows. Routinetätigkeiten wie Rechnungsabgleich oder Bestellfreigaben werden automatisiert, wodurch Durchlaufzeiten sinken und Mitarbeitende sich auf strategische Aufgaben konzentrieren können. Systeme wie SAP Ariba, Coupa oder Basware ermöglichen mobile Freigaben und klar definierte Verantwortlichkeiten, was Wartezeiten reduziert und Ad-hoc-Bestellungen verhindert.

Welche Kostenvorteile sind realistisch erreichbar?

Durch bessere Konditionen, gesteigerte Vertragstreue und geringere Prozesskosten lassen sich kurzfristig Einsparungen erzielen. Bei mittelständischen Projekten zeigen Studien und Praxisbeispiele Einsparungen durch Prozessoptimierung von 25–70 % pro Bestellung. Langfristig kommen Rabatte durch Mengenbündelung und weniger Fehlbestellungen hinzu, wodurch der ROI oft innerhalb von 12–24 Monaten erreicht wird.

Wie wichtig sind Datenschutz und regulatorische Vorgaben in Deutschland?

Sehr wichtig. DSGVO-konforme Datenverarbeitung ist Pflicht. Für Buchhaltungsprozesse gelten GoBD-Anforderungen, und Unternehmen müssen zunehmend CSRD-relevante Daten bereitstellen. Digitale Einkaufslösungen sollten Audit-Trails, Versionierung und revisionssichere Archivierung bieten, damit Compliance und externe Prüfungen sicher bestanden werden.

Welche Unterschiede gibt es zwischen den Digitalisierungsstufen im Einkauf?

Stufe 0–1 beschreibt papierbasierte oder teilautomatisierte Prozesse mit hohem Fehleraufwand. Stufe 2 umfasst E‑Procurement, elektronische Workflows und Basis-ERP-Integration mit schnellen, messbaren Einsparungen. Stufe 3 ist ein integriertes, analytisches Niveau mit KI-gestützter Beschaffungsplanung, Supplier-Portalen und Predictive Analytics, das strategische Wertschöpfung und Risikomanagement ermöglicht.

Wie reduziert digitale Beschaffung manuelle Fehler?

Maßnahmen sind E‑Invoicing, OCR-gestützte Rechnungsverarbeitung und automatische Matching-Logiken (Match-2/Match-3). Diese Technologien vermeiden Doppelbestellungen, falsche Artikelnummern und manuelle Buchungsfehler. Zusätzlich sorgen saubere Stammdaten und Master Data Management (MDM) für verlässliche Prozesse.

Welche Rolle spielt die Integration mit ERP- und Finanzsystemen?

Die Integration ist zentral für Echtzeitdaten, automatische Bestandsführung und konsistente Buchhaltung. Schnittstellen wie APIs, IDoc oder EDI und native Anbindungen an Systeme wie SAP oder Microsoft Dynamics reduzieren Redundanzen. Herausforderungen sind Datenmapping und Stammdatenharmonisierung, die projektseitig geplant werden müssen.

Welche Funktionalitäten sollten beim Einsatz von Kataloglösungen erwartet werden?

PunchOut-Kataloge, genehmigte Produktkataloge, Suchfunktionen und Favoritenlisten vereinfachen Self-Service-Bestellungen. Intuitive Oberflächen reduzieren Schulungsaufwand und erhöhen die Katalognutzung. Das Ergebnis sind schnellere Bestellungen, höhere Einhaltung von Rahmenverträgen und bessere Kostenkontrolle.

Wie verbessern Supplier-Portale das Lieferanten-Onboarding?

Digitale Supplier-Portale ermöglichen die strukturierte Erfassung von Unternehmensdaten, Zertifikaten und Vertrags-Details. Sie beschleunigen Onboarding-Zyklen, automatisieren Compliance-Checks und erlauben Lieferanten, Stammdaten selbst zu pflegen. Plattformen wie SAP Ariba oder Ivalua bieten standardisierte Flows, die Datenqualität und Transparenz erhöhen.

Welche KPIs eignen sich zur Messung des Erfolgs nach einem Rollout?

Operative KPIs wie Bestell-to-Pay-Zeit, Prozesskosten pro Bestellung und Anteil Katalogbestellungen sind essenziell. Finanzkennzahlen umfassen eingesparte Kosten und Einhaltung von Rahmenverträgen. Nutzerakzeptanz lässt sich über Login-Raten, Abbruchquoten im Bestellprozess und Support-Anfragen messen.

In welchen Bereichen hilft KI im Einkauf konkret?

KI unterstützt bei Spend Classification, Vertragsanalyse mit NLP, automatisierten Einkaufsempfehlungen und Risikoindikatoren. Predictive Analytics verbessert Bedarfsprognosen und Preisentwicklungsvorhersagen. Voraussetzung ist jedoch eine hohe Datenqualität und erklärbare Modelle, um Compliance-Anforderungen zu erfüllen.

Wann rechnet sich eine Investition in digitale Einkaufslösungen?

Typischerweise liegt der Break-even für mittelständische Implementierungen zwischen 12 und 24 Monaten. Die Amortisation hängt von Umfang, Integrationsaufwand und Nutzerakzeptanz ab. Pilotprojekte, klare Governance und saubere Stammdaten beschleunigen den Nutzenrealisierungsprozess.

Welche Anbieter und Technologien sind im Markt relevant?

Zu den etablierten Anbietern gehören SAP Ariba, Coupa, Basware, Jaggaer, Tradeshift und Mercateo. Für Analytics und BI sind Power BI, Tableau und Qlik häufig im Einsatz. MDM-Lösungen kommen von Stibo Systems oder Informatica. Cloud-Optionen, APIs und Sicherheitsstandards wie ISO/IEC 27001 sollten Teil der Auswahlkriterien sein.

Wie sollte das Change Management bei einer Einführung aussehen?

Erfolgreiches Change Management umfasst Stakeholder-Analyse, rollenspezifische Schulungen, E‑Learnings, Super-User-Netzwerke und eine klare Nutzenkommunikation. Pilotprojekte und schrittweiser Rollout minimieren Risiken, während kontinuierliches Monitoring und Support die Akzeptanz sichern.

Welche Risiken bestehen bei der Digitalisierung des Einkaufs und wie lassen sie sich mindern?

Risiken sind Implementationsverzögerungen, unvollständige Datenmigration und geringe Nutzerakzeptanz. Gegenmaßnahmen sind Pilotprojekte, dedizierte Projektteams, klare Governance, regelmäßige Datenqualitätsprüfungen und ein abgestimmtes Change-Management-Konzept.

Wie trägt digitale Beschaffung zur Compliance und Audit-Sicherheit bei?

Digitale Systeme liefern Audit-Trails, Versionierung und revisionssichere Archivierung. Automatisierte Prüfpfade und nachvollziehbare Freigabeprozesse vereinfachen interne und externe Audits. Das reduziert Prüfungsrisiken und unterstützt die Einhaltung von DSGVO, GoBD und steuerlichen Vorgaben.
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